Am Grab gibt’s keine Steckdose

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Wie heißt Helge Schneider wirklich?

Warum verlor Harald Juhncke einen Zahn? Wer gab Dieter Bohlen eins auf die Nase? Wie wurde Paul McCartney zum reichsten englischen Künstler, und warum braucht man am Grab keine Steckdose?

Willy Ketzer kennt die Geheimnisse hinter den Kulissen des Show-Geschäfts. Denn der Drummer arbeitete nicht nur 33 Jahre mit Jazz-Altmeister Paul Kuhn zusammen, sondern auch mit anderen Showgrößen wie Udo Jürgens, José Carreras, Liza Minnelli, Tom Jones, Barry Manilow und Helge Schneider. Mit seinen Plaudereien aus dem musikalischen Nähkästchen gibt Willy einen unverhüllten Einblick hinter die Kulissen des Live-Musikgeschäfts.

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Wie kommt man zur Musik?

 

Viele große Musiker erzählen ihre Version, wie sie zur Musik kamen. Oft wurden sie von berühmten Kollegen beeinflusst – so hat einer David Oistrach oder Guidon Kremer gehört und danach gewusst, die Geige ist mein Instrument.

Paul Kuhn hat im Krieg die Glenn Miller Band gehört mit dem Titel Anvil Chorus. Er hat in dem Augenblick gewusst:

Diese Musik will ich mein Leben lang spielen.

Willy: Im Alter von fünf Jahren war ich mit meinen Eltern und Brüdern im Sommerurlaub in Venedig.

Wir saßen in dem berühmten Café Florian am Markusplatz, in dem schon im 18 Jahrhundert Giacomo Casanova verkehrte. Wahrscheinlich auch deshalb, weil es zu dieser Zeit das einzige Caféhaus war, in dem auch Frauen der Zutritt gestattet war. Wir saßen also da und freuten uns über echt italienisches Gelato.

Neben dem Café stand eine Bühne mit Musikinstrumenten. Plötzlich kam ein Hund von der Straße rein gerannt, direkt auf die Bühne. Der Vierbeiner pisste direkt in die Membran der Bassbox und rannte postwendend wieder raus.

„Was war das denn?“ fragte ich meinen Vater.

Er erklärte mir, dass abends eine Band spiele.

Da habe ich mir zum ersten Mal in meinem Leben Gedanken über eine Band, Musiker und Instrumente gemacht. Im Alter von acht Jahren begann ich mit dem Klavierunterricht, zwei Jahre später wurde ich Mitglied des Musikvereins Guldental und spielte dort die Klarinette.